Fuck Cancer

Fuck Cancer

Puh… Gerade hab ich mir meinen letzten Beitrag nochmal durchgelesen und sitze jetzt hier vor meinem Notebook und heule. Dabei hab ich den Artikel doch selbst geschrieben. Oh man…

Inzwischen sind 3 Monate vergangen. Unfassbar… Es ist schon September und das Ende (hoffentlich) in Sicht. Aber ich muss sagen, dass ich die Chemo ziemlich unterschätzt hab. Die ersten zwei Zyklen waren noch relativ locker. Klar gab es Nebenwirkungen, aber wenn ich jetzt daran zurückdenke, war das alles noch ein Witz. Mein Plan war, in den Zeiten in denen keine Chemo ist und meine Blutwerte stabil sind, zumindest ein paar Hochzeiten zu begleiten. Außerdem hab ich gedacht, dass ich ausgiebig Zeit haben werde um Hochzeiten zu zeigen, immer schön pünktlich meine Mails zu beantworten, viel zu lesen, usw…

Der Plan war gut, im Nachhinein aber nicht annähernd umsetzbar. Ich gehe heute noch in Papierkram unter. Krankenkasse, Arbeitsamt, Versorgungsamt, Finanzamt, Stadt, … Es ist unglaublich. Bis vor ein paar Wochen noch war total ungeklärt, woher ich, zumindest etwas, Geld bekomme. Ich konnte nicht mehr arbeiten, hab also auch kein Geld verdient und alle haben mir gesagt, dass sie nicht für mich zuständig seien. Jeder hat mich weiter geschickt. Ich hab ja wirklich kein Problem damit, mich um Dinge zu kümmern, Formulare auszufüllen und sowas. Das was aber seit der Krebsdiagnose alles auf mich zugekommen ist, ist selbst für mich viel zu viel. Ich frag mich auch immer noch, wie Menschen das machen, die nicht so selbständig oder alt sind. Ich war noch nie so krank, hatte aber auch noch nie so viele Behördentermine und Papierkram zu erledigen wie in den letzten Monaten. Dabei wünsche ich mir doch nur  Zeit um einfach mal krank zu sein.

Die Idee Hochzeiten zu fotografieren, wenn es mir besser geht, hab ich auch schnell abgehakt. Vor einigen Wochen hab ich es versucht. Eine 6-Stunden-Hochzeitsreportage. Ich hatte vorsichtshalber noch Freunde, die auch Fotografen sind, mitgenommen. Das ich Unterstützung brauchen werde war mir schon klar. Allerdings war ich schon am Anfang der Trauung so fertig, dass ich Probleme hatte meine Kamera zu halten. Was ein beschissenes Gefühl…. Daran hatte ich länger zu knabbern.

Auch alles andere, was ich mir so „schön“ ausgemalt hatte, hat natürlich nicht funktioniert. Ich schaffe es kaum noch meine Mails, whatsapp, sms, usw. zu beantworten weil ich oft einfach zu fertig bin und mir dann auch noch oft die Psyche einen Strich durch die Rechnung macht. Lesen – klappt leider auch nur selten, weil ich mich einfach nicht konzentrieren kann und selbst auf meine geliebten Serien kann ich mich nur schwer konzentrieren.

Inzwischen fühlt sich mein Körper an, als würde so langsam alles kaputt gehen. Irgendwie ist es ja auch so. Meine Fingerspitzen sind taub, meine Haut hat sich verändert und ist schrecklich empfindlich geworden, meine Schleimhäute sind ununterbrochen entzündet und tun scheiße weh, meine Blutwerte erholen sich nur noch langsam, so dass die Chemo Chemo ausgesetzt wurde und ich Bluttransfusionen und Thrombozyten bekommen hab. Meine Knochen schmerzen, ich hab oft Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und ich hab über 8 kg Wasser eingelagert. Sieht super aus. Der Blick in den Spiegel ist also auch nicht der motivierendste. Während der Aplasie bin ich so schlapp, dass ich teilweise Probleme hab ins Bad zu kommen oder meine Kaffeetasse mit einer Hand hoch zu heben. Der Weg in meine Wohnung (2. OG) fühlt sich wie Hochleistungssport an. Das ist ein beschissenes und beängstigendes Gefühl so fertig und schlapp zu sein. Dazu kommt dann halt auch immer wieder der Kopf, der ein furchtbares Arschloch sein kann…

Aber es gibt auch immer wieder Tage an denen es besser ist und die halten mich aufrecht. Genauso wie der tolle Support, den ich bekomme. Ich weiß nicht, wie oft ich schon vor Nachrichten gesessen hab und weinen musste, weil ich so unglaublich liebe, ehrliche und wirklich aufbauende Mails bekommen hab. Ich merke gerade wieder ganz deutlich, wie wichtig es ist, die richtigen Menschen um sich herum zu haben und da bin ich unendlich dankbar für.

Svenja und Sebastian von den Bahrnausen kenne ich erst seit November letzten Jahres und die beiden sind inzwischen zu wirklich engen Freunden geworden Svenja hat mich auch zu einigen Terminen begleitet. Natürlich mit Kamera. Im letzten Beitrag hatte ich schon geschrieben, dass ich Angst davor hatte meine Haare abrasieren zu lassen und natürlich war Svenja mit. Ich hatte schon von Anfang an mit ihr besprochen, dass sie sich nicht zurückhalten soll mit dem Fotografieren. Das war bestimmt oft nicht einfach aber das Ergebnis ist so toll. Die Bilder machen schon traurig aber so war es ja auch. Was mir wichtig ist, ist dass Fotos „echt“ sind und alles genau so zeigen, wie es gewesen ist. Die Stimmung einfangen halt… Genau so, wie ich es bei meinen Hochzeiten mache und die beiden sehen das genau so und können es auch.

Na ja, ihr werdet sehen, was ich meine!

Ich werd euch weiter auf dem Laufenden halten und wer weiß, vielleicht bekomm ich es ja noch hin, die ein oder andere Hochzeitsreportage zu zeigen…

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